Esfeld-Cup lockt am Samstag internationale Klasse ins Stiftsdorf – WM-Teilnehmer aus Belgien und Armenien am Start
Viel mehr geht kaum beim RSV Bergeslust Leeden: Zwei Weltmeisterschaftsteilnehmer und Radball-Elite aus weiten Teilen der Republik geben sich am kommenden Samstag ein Stelldichein im Stiftsdorf. In der Leedener Grundschulhalle können sogar die Flaggen Belgiens und Armeniens gehisst werden. Dazu gesellt sich starke Konkurrenz aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Ab 11 Uhr rollt der Ball beim traditionsreichen Esfeld-Cup.
Auch der Gastgeber selbst schickt ein interessantes Duo ins Rennen. Für Bergeslust treten Leedens langjähriger Zweitligaspieler Markus Kuhlage und Benedikt Morgret, die eine Hälfte von Leeden I, an. Morgrets etatmäßiger Partner Christoph Kipp fällt – wie berichtet – weiterhin längerfristig verletzt aus. Damit warten auf das neu formierte Leedener Duo große Aufgaben in einem Feld, das es in sich hat.
Von Nervosität war am Dienstagabend allerdings wenig zu spüren. Beim letzten gemeinsamen Einspielen vor dem großen Turnier herrschte beste Stimmung in der Grundschulhalle. Und längst nicht nur die Leedener „Erste“ war auf dem Parkett. Der Radball-Hotspot im Stiftsdorf wird regelmäßig auch von Spielern benachbarter Vereine genutzt, um am Ball zu bleiben. So gehörten diesmal unter anderem Jannis Leusch vom RSC Blitz Schiefbahn und Timon Walprecht aus Lippstadt zu den auswärtigen Trainingsgästen.
Das erste Match des Abends blieb dennoch den Gastgebern vorbehalten. Kuhlage und Morgret trafen auf die gerade der Jugend entwachsenen Markus Westphal und Ilias Körner. Unendliche Erfahrung gegen unbändigen jugendlichen Willen – nach sieben intensiven Minuten hatte die Routine noch einmal eindrucksvoll die Nase vorn.
Belgisches Nationalteam kommt nach Leeden
Das Teilnehmerfeld am Samstag liest sich wie ein kleines „Who is Who“ des Radballsports – national wie international.
Mit Arnak Mkhitaryan und Artak Voskanyan kommt ein armenisches Duo nach Leeden. Beide leben und trainieren in Belgien und gehören dem Genter Verein K.W.C. Sport Na Arbeid (SNA Gent) an. International halten sie jedoch die armenischen Farben hoch und vertraten Armenien auch bei der Hallenradsport-Weltmeisterschaft 2025.
Noch höher einzuschätzen ist die zweite internationale Paarung: Koen Uitterhaegen und Robby Gubbelmans bilden das belgische Nationalteam. Bei der Hallenradsport-WM 2025 gewannen sie die Challenger League und setzten sich anschließend im Relegationsspiel mit 3:2 gegen die Slowakei durch. Damit gelang Belgien der Sprung in die Elite-Gruppe des internationalen Radballs.
Auch auf nationaler Ebene gehören Uitterhaegen/Gubbelmans zur Spitze. Für CB Genk ’68 sind sie in der höchsten belgischen Spielklasse unterwegs und haben sich dort ganz vorne etabliert. Für die Zuschauer in Leeden dürfte das belgische Nationalteam damit zu den besonders interessanten Gästen des Tages gehören.
Belgien ist sogar mit einem weiteren starken Duo vertreten. Aus Gent reisen Dries und Wout Oosterlinck an. Auch sie tragen die Farben von Sport Na Arbeid Gent und kennen den Radballsport in Westfalen bereits bestens: Im vergangenen Jahr gewannen die Brüder die 59. Auflage des Josef-Birwe-Gedächtnispokalturniers in Oelde.
Starke Konkurrenz aus den deutschen Ligen
Doch auch die deutschen Mannschaften müssen sich keineswegs verstecken. Für den RSC Blitz Schiefbahn halten Sven Kühn und Niklas Marx die Farben hoch. Das Duo war in der vergangenen Saison in der Oberliga NRW unterwegs und ist damit auch der Leedener „Speerspitze“ bestens bekannt.
Aus dem rheinischen Kempen reisen Holger Konnen und Florian Heghmanns vom RV St. Hubert an. Beide sind in Leeden keine Unbekannten. Ihre Wege kreuzten sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Mannschaften des RSV Bergeslust. Heghmanns war zuletzt in der NRW-Verbandsliga unterwegs, Konnen in der Oberliga.
Aus derselben Verbandsliga kommt weitere Konkurrenz: Timon Walprecht und Thomas Bals vertreten den SC Lippstadt. Das Duo beendete die vergangene Verbandsliga-Saison auf einem starken vierten Tabellenplatz.
Eine längere Anreise haben Domenik Nilßon und Maik Brandes. Sie vertreten den RSV Löwe Gifhorn. Das Duo hat sich sportlich nach oben gearbeitet und tritt künftig als Gifhorn IV in der niedersächsischen Oberliga an.
Eine besondere Turniergemeinschaft bilden Christian Gallinger und Julian Althoff. Gallinger war in der vergangenen Saison sogar in der 2. Bundesliga für den SV 1890 Kassel-Nordshausen aktiv. Althoff kommt vom hessischen RSV Tann. Für den Esfeld-Cup schließen sich die beiden zu einem neu formierten Duo zusammen.
Verletzung verhindert Schweizer Teilnahme
Auf einen gern gesehenen Stammgast müssen die Leedener dagegen kurzfristig verzichten. Renato Bianco hat sich am vergangenen Wochenende bei einem Ligaspiel verletzt und musste seine Teilnahme absagen. Damit fehlt dem Turnier in diesem Jahr die erhoffte Schweizer Flagge.
Bianco und sein Sohn Elia waren in den vergangenen Jahren immer wieder gern gesehene Gäste im Stiftsdorf. Der RSV Bergeslust sondiert deshalb kurzfristig, welches Duo den frei gewordenen zehnten Startplatz übernehmen kann.
Gespielt wird am Samstag zunächst in zwei Fünfergruppen. Um 11 Uhr ertönt in der Grundschulhalle der erste Anpfiff.
Neben der sportlichen Auseinandersetzung gibt es zwischenzeitlich akrobatische Einlagen anderer Art: Die 4er-Einrad-Reigen des RSV „Bergeslust“ zeigte in den Pausen eindrucksvoll ihr Können.
Was vor rund 30 Jahren als Radballturnier in Leeden ins Leben gerufen wurde, präsentiert sich heute internationaler denn je. Armenien, Belgien und Mannschaften aus mehreren deutschen Landesverbänden machen den Esfeld-Cup 2026 zu einem bemerkenswerten Stelldichein.
Für die Gastgeber Kuhlage/Morgret dürfte es sportlich alles andere als einfach werden. Für die Zuschauer dagegen verspricht genau das einen besonderen Radballtag: Internationale Klasse trifft am Samstag auf westfälische Radballtradition – mitten im Stiftsdorf.