Internationales Flair, hochklassiger Radballsport und ein Gastgeber, der nur um Haaresbreite den Einzug ins Endspiel verpasste: Der Esfeld-Cup des RSV Bergeslust Leeden hielt, was sein stark besetztes Teilnehmerfeld versprochen hatte. Am Ende durften die Hessen Christian Gallinger und Julian Althoff aus Nordshausen jubeln. Im Finale setzte sich das Duo mit 2:1 gegen Schiefbahn durch und sicherte sich damit den Turniersieg am Samstag im Stiftsdorf. Die Lokalmatadoren Markus Kuhlage und Benedikt Morgret spielten ein herausragendes Turnier. Knapp wurde der Einzug ins Finale in eigener Halle verpasst.
Dabei hatte zunächst in der Vorrunde vieles für die beiden Gruppensieger Genk und Schiefbahn gesprochen. Beide marschierten mit jeweils drei Siegen und der optimalen Ausbeute von neun Punkten durch die Vorrunde. Der RSV Bergeslust Leeden erwischte einen starken Turnierstart. Markus Kuhlage und Benedikt Morgret, die aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Christoph Kipp erstmals in dieser Formation beim Esfeld-Cup antraten, ließen gegen Lippstadt beim 9:2 keine Zweifel aufkommen. Auch die armenischen WM-Teilnehmer Arnak Mkhitaryan und Artak Voskanyan bekam die lokalen Stärken der Leedener zu spüren. Mit 9:3 ging auch die zweite Partie überraschend deutlich an die Gastgeber.
Damit war der Einzug ins Halbfinale bereits zum Greifen nah. Im abschließenden Gruppenspiel wartete allerdings dann das belgische Weltmeisterschaftsteam. Das Spitzenduo aus Genk, Koen Uitterhaegen und Robby Gubbelmans sollte zum echten Gradmesser werden. In einer umkämpften Begegnung mussten sich Kuhlage und Morgret mit 1:2 geschlagen geben. Mit sechs Punkten zog Leeden dennoch als Gruppenzweiter ins Halbfinale ein.
Genk gewann somit die Gruppe mit neun Punkten vor Leeden. Die Armenier Arnak Mkhitaryan und Artak Voskanyan folgte mit drei Zählern, während Lippstadt ohne Punktgewinn blieb.
In der zweiten Gruppe setzte der Oberligst RSC Blitz Schiefbahn die Akzente. Einem deutlichen 12:1 von Sven Kühn und Niklas Marx gegen die niedersächsichen Gifhorner folgte ein knappes 2:1 gegen Nordshausen. Mit einem abschließenden 4:2 gegen Gents jungen belgische Mannschaft machte Schiefbahn den Gruppensieg perfekt. Nordshausen sicherte sich mit sechs Punkten Rang zwei und damit ebenfalls das Halbfinalticket.
Nach einer gelungenen Einlage der 6er-Einradriege begann die Finalrunde: Genk gegen Nordshausen lautete das erste Halbfinale. Die Hessen ließen sich vom bis dahin ungeschlagenen belgischen WM-Teilnehmer nicht beeindrucken und setzten sich mit 3:2 durch. Der erste Finalist stand somit fest.
Dann gehörte die Halle den Gastgebern. Schiefbahn gegen Leeden – ein NRW-Duell um den zweiten Platz im Endspiel. Kuhlage und Morgret lieferten dem Oberliga-Duo einen offenen Kampf. Nach der regulären Spielzeit war keine Entscheidung gefallen (2:2). Das Viermeterschießen musste entscheiden. Die ehemaligen Bundesligaspieler aus Schiefbahn waren letztendlich abgeklärter und besaßen das bessere Ende für sich: Mit 4:3 ging dieses an Sven Kühn und Niklas Marx. Für die Leedener war der Traum vom heimischen Finale damit denkbar knapp beendet. Dennoch ein achtbarer Erfolg – Markus im Nachgang im Pressegespräch: „Ich bin somit wie es gelaufen ist, sehr zufrieden. Dafür das Benedikt und ich erst seit einigen Wochen als Duo zusammen trainieren, hat es super mit dem Spielfluss zwischen uns funktioniert!“
Im Spiel um Platz drei traf das heimische Duo erneut auf die Genter Weltmeisterschaftsteilnehmer. Dieses Mal machten die Belgier ihre Klasse deutlicher geltend. Mit 5:2 sicherte sich Genk den dritten Platz. Für den RSV Bergeslust Leeden blieb Rang vier – angesichts der starken internationalen und überregionalen Konkurrenz dennoch ein bemerkenswertes Ergebnis für das neu zusammengestellte Duo. Kuhlage resümierte nach zwei Jahre Abwesenheit vom regulären Spielbetreib: „Mir hat es sehr großen Spaß gemacht ein solch riesiges Turnier wieder spielen zu dürfen.“
Den Schlusspunkt setzte schließlich das Finale zwischen Nordshausen und Schiefbahn. Doch dieses Mal konnte Kühn und Marx (Schiefbahn) ihren knappen Vorrundensieg gegen die Hessen nicht wiederholen. Nordshausens Christian Gallinger und Julian Althoff brachten alle Routine und Abgeklärtheit auf den Hallenboden und gewann knapp mit 2:1. Somit ging der Esfeld-Cup 2026 nach Hessen.
Damit lautete die Reihenfolge am Ende: Nordshausen vor Schiefbahn und Genk. Der RSV Bergeslust Leeden belegte Platz vier, gefolgt von Gent (Belgien) und den Armeniern, Gifhorn und Lippstadt.
Für die Gastgeber dürfte dabei nicht allein die Platzierung zählen. Mit zwei deutlichen Vorrundensiegen und einem Halbfinale, das erst vom Vier-Meter-Punkt entschieden wurde, zeigten Kuhlage und Morgret, dass auch die kurzfristig neu formierte Leedener Mannschaft in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld mithalten konnte. Das lässt hoffen für den Auftakt in die Oberliga-Saison am 3. Oktober in Leeden.
Der Esfeld-Cup bot einmal mehr das, wofür das traditionsreiche Turnier seit Jahrzehnten steht: Radballsport über Liga- und Landesgrenzen hinweg – und diesmal mit einem Turniersieger aus dem hessischen Nordshausen.